Nachdem wir in Dorf Mecklenburg das Spiellokal gefunden hatten, erwartete uns die erste Überraschung, die Mannschaftsaufstellung.
Statt der meist eingesetzten Spieler erwarteten uns die an Brett 1-3 und an Brett 5 Auf-gestellten, da sie dieses Mal Mecklenburger Springer II nicht unterstützen mussten.
Nach 33 min fiel an Brett 4 die erste Entscheidung. Nach einer Art Schnellschach verlor Tymofii Pukhlik-Atamanchuk in seiner Premiere im 40. Zug durch Matt. Er selbst hatte nur 13 min Zeit verbraucht und die 2 Stunden Zeit für 40 Züge überhaupt nicht in Anwendung gebracht.
Nicht lange nach dem frühen 1:0 für die Gastgeber gab es um 11 Uhr das nächste Matt an Brett 3, das völlig unerwartet Patrick Schmidt hinnehmen musste. Er wurde überraschend von Daniel Rekulowitsch überspielt, der damit seiner Mannschaft die 2:0 Führung brachte.
Das Unglück schien kein Ende zu nehmen, denn die nächste Entscheidung fiel total überraschend 20 Minuten später an Brett 2. Dort spielte Kamran Aslanov (DWZ 1037) gegen Egon Moritz (DWZ 1462). Nach einer Taktik verlor Kamran nach bis dahin gutem Spiel einen Läufer, etwa im 11. Zug, aber trotzdem hielt er die Partie relativ offen. Total überraschend gab er dann im 29. Zug auf, obwohl sein Gegner weder mit Matt noch mit Bauernumwandlung drohte. Es wäre ein sicher mühseliges Spiel geworden, hätte aber bei günstigem Verlauf auch im Remis enden können. Max und ich haben die Entscheidung nicht verstanden, zumal Kamran uns auch nicht gefragt hatte.
Nun tobte noch der Kampf an Brett 1 von Werner Karwen (DWZ 1372) gegen Peter Möller (DWZ 1546). Es war ein gut strukturiertes, eher vorsichtiges Spiel von zwei sehr erfahrenen Schachspielern. Werner konnte dann mit einem Angriff auf dem Königsflügel eine Qualität gewinnen, indem er einen Springer gegen einen Turm tauschte. Mit starken Matt- bzw. Verlustdrohungen forderte er seinen Gegner. Dann wechselte Werner zum Angriff auf dem Dameflügel über. Er vereinfachte das Spiel durch erzwungene Abtausche und wurde mit seinem Freibauern auf der A-Linie immer gefährlicher. Max und ich konnten einige Dinge aus dieser Partie lernen. Peter Möller schlug dann den Bauern auf a6, musste dafür seinen Turm geben. Etwa im 62. Zug, nach 3h 30 min, gab Schwarz auf.
Damit war Werner Karwen nicht nur unser Spieler des Tages, er ist unser Held! Er selbst brauchte eine Weile, seinen langen Kampf mit Sieg zu verstehen, aber Werner lieferte ein hervorragendes Spiel!
Und nicht zu vergessen, Werner hat im nächsten Monat seinen 90. Geburtstag!
Mit schachlichen Grüßen, die Mannschaftsleiter Torsten Kath und Max Kirschnowski