In der 2. Runde der Oberliga hatten wir ein Heimspiel gegen die 2.Mannschaft des Bundesligisten St. Pauli. Obwohl etwas ersatzgeschwächt hatten die Hamburger im Schnitt etwa 80 ELO mehr als wir und waren demzufolge auch favorisiert.
Als erstes endete die Schwarzpartie von Mirko gegen FM Jan Priebe.

In dieser Stellung zog Weiß 16.g4 Txe5! 16.Sxe5+ und man einigte sich auf remis. Das starke Zentrum in Verbindung mit dem Läuferpaar gibt Schwarz genug Kompensation für die Qualität, auch Stockfish bewertet die Stellung als etwa gleich.
Leider verlor ich dann ziemlich schnell gegen den Ex-Ludwigsluster FM Andreas Mitscherling durch einen Rechenfehler in der Eröffnung.
Karsten hatte mit schwarz keine Probleme gegen FM Sawatzki, die ganze Partie plätscherte ausgeglichen vor sich hin und nach 47 Zügen wurden die Züge wiederholt, also remis.
Ralph spielte in seiner Partie gegen den spanischen FM Perez de Miguel, der immerhin etwa 170 Elo „schwerer“ war, sehr konzentriert, auch hier verlief die Partie völlig ausgeglichen, remis nach 28 Zügen.
Hendrik war der Einzige von uns der nicht weniger Elo als sein Gegner hatte, FM Fabian Müller und er sind fast gleich.

In dieser Stellung hatte Hendrik zuletzt mit 29.Dg5 Druck gemacht. Sein Gegner zog jetzt 29….De5? (nötig war Kh8 mit annährend Ausgleich). Nun kam die gut berechnete Taktik 30.Txd6!! Txd6 (Txf5 31.Dxf5 Dxf5 32.exf5 Sxd6 33.Txd6 ergibt ein leicht gewonnenes Endspiel) 31.Sh6+ Txh6 32.Dxe5 und 4 Züge später gab Schwarz auf!
Willi hatte mit weiß gegen Goepfert nach 28 Zügen diese spannende Stellung auf dem Brett, es ist die Frage ob die beiden Springer im Königsangriff oder der Turm in Verbindung mit den Bauern am Damenflügel zum Zuge kommen.

Bei beiden war die Bedenkzeit schon etwas knapp geworden, und die Stellung ist ziemlich kompliziert. Es folgte 29.g5 Dc6 30.Sd3?! (Stockfish sieht nach 30.Kh2! Dc1 31.Dxc1 Txc1 32.g6! Weiß auf der Siegerstraße) h5 31.Sd2?! (nach De2 steht Weiß immer noch besser, z.B. g6 32.Sc5 b6 33.Se4) Dc3 32.Se4 Dxd4 33.Df3 g6 34.Sd6 (Sf6+ Kh8 (Kg7 35.Sf4) 35.Sxh5 gXh5 36.Dxh5+ Kg8 37.g6 hätte zum remis geführt) Tc2 35.De4? (nach 35.Kg2 Txf2+ 36.Sxf2 Dxe5 37.Sfe4 sieht Stockfish immer noch Ausgleich, aber das ist kaum noch vorauszusehen) Dxe4 36.Sxe4Txf2 37.Kxf2 Tc8 gewann Schwarz im Endspiel.
An Brett 2 spielte Hannes mit weiß gegen den türkischen IM Ertan Can und bekam diese Stellung auf das Brett.

Schwarz spielte hier 34….Txf2? (mit Td3+ hätte Schwarz remis machen sollen). Es folgte 35.Th1! Td2 36.g7 Td3+ 37.Kb2?! (die Engine sieht einen klaren Gewinn nach Kc2! Td2+ 38.Kc1 Td7 39.Txh6 Txg7 40-Sxg7 Kxg7 41.g5!) Td7 38.Txh6 Txg7 39.Sxg7 Kxg7 40.Th5 a4?! (Lc5!) 41.Tf5? (nach Kc2! Steht Weiß immer noch auf Gewinn, z.B. Kg6 42.Th8! oder a3 42.Th1, aber das ist alles schon sehr schwer zu sehen als Mensch) Kg6 und die Partie endete 18 Züge später remis, es gab kein Durchkommen mehr.
Nun lief nur noch Brett1, wo Mikhail schwarz gegen IM Feuerstack hatte. In einem komplizierten Mittelspiel verbrauchten beide viel Zeit und so gerieten beide bald in Zeitnot. Da ist natürlich auch kein fehlerfreies Spiel möglich und Stockfish entdeckt in der Analyse für beide Seiten zwischenzeitlich Gewinnstellungen. Ein remis wurde immer wahrscheinlicher, aber bei der knappen Bedenkzeit beider Spiele (nur noch Bonus) passiert ja manchmal doch noch etwas. Nach 44 Zügen kam diese Stellung aufs Brett.

Weiß zog hier 45.g5? (nach Tb3 oder Ke5 ist die Stellung völlig ausgeglichen). Es folgte hxg5? (nach Ke7 46.Lb5 h5 oder h5 46.Ke5 Ke7 sollte Schwarz gewinnen) 46.Tb3? Tc7? (Ke7! 47.Lg4 (oder Lb5 Ke6) Tc4+ 48 Ke5 Lg2 mit Gewinn) 47.Lg4 Tc6 48.Ke5 und 4 Züge später remis.
Es wäre also insgesamt auch ein Sieg oder zumindest ein 4:4 möglich gewesen!
Arvid mit Unterstützung durch Stockfish